BRI - Log 4 - CPO James Forester - Tec -13157.2345

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Moderator: Oberkommando

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Alexis
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Registriert: Di 11. Jan 2011, 01:56

Sa 18. Feb 2012, 23:29

Wörter: 1117
Beteiligte: Amh, Goral
Erwähnte: Rest des Wüsten-Teams, Grant


…::: USS Britannia – Transporterraum :::…


Ich war zwar einer der letzten auf der Liste für die Umwandlung gewesen und doch nervte mich diese Kostümierung schon jetzt ganz fürchterlich. Die Wolle, der Gang, die Schnauze, die Ohren, die Hörner, einfach alles. Ich traute mich nicht mal mehr in den Spiegel zu schauen. Es gab Leute die behaupteten einen schönen Menschen entstellt nichts, aber die hatten sicher noch nie in einem Schafkostüm gesteckt.
Als ich am Abend nach der Umwandlung mein Quartier betreten hatte, wäre Flynn vor lauter Lachen bald ohnmächtig geworden. Er hatte sich gar nicht wieder einbekommen. Irgendwann hatte ich mich beleidigt in mein Bett verzogen und noch einmal das Padd mit den Missionsinfos studiert.
Und jetzt stand ich hier. Zwischen all den anderen Wollknäulen. Die ersten lösten sich gerade auf der Transporterplattform auf. So wie es aussah würde ich wohl zu dem Trupp gehören der als letztes das Schiff verließ. Mein Blick glitt über meine Mittschafe. Irgendwie fiel es mir schwer sie auseinander zu halten. Trotz der Zeit die wir bei den Übungen zusammen verbracht hatten, oder bei der Anpassung der Geräte. Alle gleich wollig. Alle vorher vorhandenen rassetypischen Merkmale durch die Umwandlung erfolgreich zunichte gemacht. Die einzige die ich problemlos erkannte war meine Chefin, sie hatte ich in den letzten Tagen allerding auch am häufigsten gesehen.

Da war es doch schon vorprogrammiert das ich mir Ärger einhandelte weil ich einen vorgesetzten Offizier zu flapsig anquatschte, weil ich ihn oder auch sie für jemand anders hielt. Und so versuchte ich mich an anderen Dingen zu orientieren. Der Form der Hörner, die durchaus bei jedem ein bisschen abwich, die Kleidung, das Zubehör. Mit einem Kopfschütteln blickte ich auf das Ding in meiner Hand, Pfote, Klaue… was auch immer. Verdammt. Ich wusste nicht einmal wie ich diese verdammten umgewandelten Körperteile benennen sollte. Ich fühlte mich unwohl in meinem Fell. Wir waren so gut es eben ging vorbereitet und doch wäre ich lieber hiergeblieben. Die Aussicht vielleicht über Wochen in dieser Kostümierung durch die Wüste zu wandern wollte bei mir nicht so recht Begeisterung auslösen. Erst recht nicht in dieser Gesellschaft. McMullen war der einzige den ich wenigstens ansatzweise kannte und erkannte.
Und sonst?
Eine mürrische erste Offizieren, eine exzentrische Wissenschaftlerin, ein Arzt der eine deutliche Aura von ich-hab-keine-Lust-auf-gar-nichts ausstrahlte. Mein Blick glitt zu dem Cardassianer, zumindest ging ich davon aus. Nett und freundlich und doch löste er bei mir ein ungutes Gefühl aus. Einem Cardassianer vertrauen? Dann waren da ja noch unsere beiden funkelnden Mitbringsel aus dem Gamma-Quadranten, noch ein Frischling aus der Medizin und nicht zu vergessen die einzige Sicherheitlerin in unserem Team. Wenn man von Amh einmal absah. Wenn man sich einmal die abteilungsspezifischen Mengenverhältnisse in unseren schnuckeligen kleinen Team betrachtete rechnete man wohl eher mit medizinischen Komplikationen als mit sicherheitstechnischen.
Nachdem das Säule-Team komplett auf dem Planeten war bezog Amh mit den ersten Mitgliedern unseres Trupps Stellung auf der Transporterplattform. Ein kurzes Nicken zum Transporterchief reichte und auch sie verschwanden.
Dann hieß es Stellung beziehen und warten auf die Freigabe. Unruhig verlagerte ich das Gewicht auf den anderen Huf. Ich wollte hier weg. Wieso hatte Grant ausgerechnet mich für diesen Einsatz ausgesucht? Späte Rache für den Patzer bei der ersten Abrteilungsbesprechung? Nun, dieser Frau war fast alles zuzutrauen…


…::: Strande 3 – ca. 100 km nordwestlich von Säule :::…


Ich atmete einmal tief durch und blickte mich um. Ich kannte die Umgebung von den Anpassungsübungen auf dem Holodeck und doch war es irgendwie erschütternd. Sand und Felsen, so weit das Auge reichte. Sehr gemütlich. Zähneknirschend zog ich den Tricorder hervor und Begann die Umgebung zu scannen. Was erhofften sie sich eigentlich was wir hier unten fanden, was vom Schiff aus nicht zu finden war?
Jeden Stein umdrehen. Ich hoffte wirklich das der Captain das eher rhetorisch gemeint hatte. Ja, das Schicksal dieser Leute war wirklich schrecklich. Aber wir konnten auch kein Wasser herbeizaubern. Was wenn das wirklich von außen verursacht worden war und die Urheber dieses ganzen Problems schon längst wieder über alle Berge waren? Und wirklich, wer klaut Wasser? Das ist relativ einfach herzustellen und gibt es nicht wirklich selten. Warum also der Aufwand es heimlich irgendwo wegzuschaffen. Es gab Planeten mit deutlich mehr davon. Unbewohnte Planeten.
Mit einem Kopfschütteln zwang ich meine Aufmerksamkeit wieder auf die Anzeige. Sand, jede Menge davon. Die Zusammensetzung des selbigen sagte mir nicht viel. Aber Sand fiel nunmal auch nicht in mein Fachgebiet. Außer er geriet ins Getriebe.
Mit einem Seufzen schloss ich die Augen und verpasste mir eine mentale Kopfnuss für diesen platten Witz. Ich will hier weg…
„Forester?“, hörte ich jemanden rufen. Blickte mich um. War das nicht Amh gewesen? Nur welches dieser Schafe? Da nur eins dieser wolligen Dinger auffordernd in meine Richtung blickte, setzte ich mich in Bewegung. Eindeutig Amh. „Ma’am.“ – „Sehen sie sich in Richtung Westen schon mal ein bisschen in der Umgebung um während wir hier noch ein paar Proben nehmen. Nehmen sie Elin mit.“ – „Aye.“ Mein Tricorder wurde wieder zu einem Stück Holz und wanderte zurück in die Tasche. Ich blickte mich um. Welcher von denen war doch gleich Goral?
Einmal laut rufen und mein Problem hatte sich erledigt.
Ein Blick zurück über die Schulter offenbarte mir das Amh McMullen und, vermutlich, die Sicherheitlerin in die entgegengesetzte Richtung losschickte.

„Wir sollen ein bisschen die Umgebung sondieren.“, gab ich den Auftrag an den Mediziner weiter. Er nickte nur knapp, sah sich um und deutete auf eine Felsformation welche auf einer leichten Erhebung lag. „Von da haben wir sicher einen guten Überblick.“ – „Na dann auf.“
Wir setzten uns in Bewegung und ich bewahrte mir einen gewissen Sicherheitsabstand. Groß genug das ich mich nicht unwohl fühlte und klein genug damit es nicht unbedingt nach Abstand halten aussah.
Wir schwiegen.
Was hätte ich auch sagen sollen?

Beim Erklimmen der Felsen stellte sich heraus das Strander nicht die geborenen Kletterer waren. Der plüschige Pelz behinderte mächtig. Und diese Beine… Oder lag es an mir? Auf jeden Fall stellte der Mediziner vor mir sich um einiges geschickter an. Noch etwas das mich leise grummeln ließ.
Ich kämpfte gerade mit dem letzten Vorsprung als eine Pfote, Klaue, was auch immer, in meinem Blickfeld auftauchte. Ich zögerte, ergriff sie dann doch. „Danke.“ Ich versuchte meinen Unwillen hinter einem Grinsen zu verstecken, das Dank dieser Schnauze zu einem garstigen Abklatsch meines ehemals strahlenden Lächelns geriet. Fell und Weste notdürftig von Dreck und Steichen befreiend sah ich mich um. So eine Überraschung, noch mehr Sand. Und hey, noch mehr Steine.
Goral kramte unterdessen in seiner Tasche herum, förderte schließlich ein Fernglas zutage mit welchem er die Umgebung genauer inspizierte. „Ich glaube da hinten sind Zelte.“, deutete er irgendwo auf den Horizont, reichte mir das Fernglas. Ich musste eine Weile suchen. „Sieht ganz so aus. Sogar ziemlich viele.“ Damit lag die Marschrichtung also fest. Es sei denn Amh hatte einen besseren Plan. Goral bekam seine Sehhilfe zurück und ich legte mit Hilfe des Tricorders die ungefähre Lage des Lagers fest.
Und dann heiß es Abstieg.

Etwas unsicher stand ich am Rand des Felsens und blickte nach unten. War das beim raufklettern auch schon so hoch gewesen? Prüfend blickte Goral mich mit seinen großen Schafsaugen an. „Brauchen sie Hilfe?“
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