SB NH – Ishtar Mati Yeys – CIV - ULog 01 – SD 21028.2212

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Namida
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Sa 12. Okt 2019, 22:13

SB NH – Ishtar Mati Yeys – CIV - ULog 01 – SD 21028.2212
Wörter: 998
Personen: - Keks an alle die sich angesprochen fühlen 😊


=A= NH, Café Starship, Promenade =A=
=A= vor einer Woche =A=

Es war ein Durcheinander, daran war nichts schön zu reden. Dass der letzte Besitzer die Bar, die eigentlich mehr an zweitklassiges Lager in den Docks erinnerte, in Eile verlassen hatte war nicht zu übersehen. Das Positive daran war, dass ein Großteil der Einrichtung noch da war. Das Problem, dass das meiste entweder in so miesem Zustand war, dass man es eigentlich nurmehr recyclen konnte, oder so alt, dass selbst die Bezeichnung „zweitklassiges Lager“ für die Bar eigentlich noch eine Übertreibung war. Das meiste Inventar war genau genommen beides.
Ich ließ den Blick über mein neues Reich schwenken und atmete einen langen Atemzug. Die Bar, jetzt laut dem Register der Station ein Café, war meins. Das war alles was zählte. Es war meins und es war endlos weit weg von den nicht enden wollenden ungestellten Fragen und dem Klatsch und der Politik. Niemand hier wusste wer ich war und niemand scherte sich einen Dreck darum. Niemand erwartete, dass ich irgendetwas tun oder nicht tun würde. Mit dem Gefühl der Freiheit zog auch ein Lächeln auf mein Gesicht.

Hinter mir hörte ich ein Räuspern. „Miss … Yeys?“ Er sprach den Namen falsch aus. Oder zumindest anders als alle anderen es getan hatten. Aber vielleicht, dachte ich mir, sprach er den Namen auch richtig aus. Gut möglich, dass ihm in seinem Leben mehr Trill über den Weg gelaufen waren, als mir.
„Ja?“, erkundigte ich mich. Er deutete auf ein paar Kisten hinter sich und hielt mir ein PaDD hin. „Ihre Lieferung.“ Ich bestätigte die Lieferung und machte mich daran irgendeinen Platz in dem Durcheinander zu finden, wo ich sie hinstellen könnte. Hinten im Eck war ein Tisch, der nur von einer Staubschicht bedeckt zu sein schien. Gut genug für den Moment. Als ich die Kisten öffnete, kam mir ein fast überwältigender Cocktail an Aromen entgegen. Echter Kaffee, Tee, Kakao und deren Äquivalente von fast zwanzig anderen Welten. Es war das Starterpaket, dass ich noch vor meiner Anreise zusammengestellt hatte, ich konnte nur hoffen, dass die Händler Wort halten und ihre Ware hierher verschiffen würden. Auf replizierte Getränke auszuweichen war keine Option.

Blieb noch die Frage, was mit den Möbeln zu machen war. Natürlich hätte ich alles austauschen können. Aber bis neue Möbel hierher geliefert wurden konnten leicht Wochen und Monate vergehen. Keine Option! Was blieb war, das was schon da war so gut es ging zu putzen und zu re-arrangieren. Ich musste ändern was ich eben ändern konnte. Auf meinem PaDD rief ich ein Interior Design Programm auf, scannte den Raum und begann zu planen. An die eine Wand sollte ein großes Display, das Nachrichten oder Sportprogramme anzeigen konnte – oder auch nur Hintergründe aus anderen Welten, Musik vielleicht. Für die Wandfarbe entschied ich mich für verschiedene Metallic-Töne. Es passte zu dem kleinen Lokal. Ein Lagerraum vielleicht, aber ein ganz besonderer Lagerraum sollte es werden. Ein eigenes kleines Raumschiff.
Ich nahm wieder das PaDD in die Hand und füllte ein Formular aus, das schon seit meiner Abreise auf Vervollständigung wartete. „Starship“ schrieb ich hinein und ein Gefühl von Komplett-Sein erfüllte mich. Vor meinem inneren Auge sah ich, wie sich der kleine Raum langsam mit dem Memorabilia vieler Jahre füllen würde. Die Bilder verschiedener Gruppen von Stammgästen, Mitbringsel aus dem Alpha, und Gammaquadranten, Dekorationsstücken die man hier und da von durchreisenden Händlern erworben hatte …

Ich riss mich aus meinen Gedanken, es gab viel zu tun. Ehe ich das PaDD weglegte schaltete ich noch eine Annonce: „NEUERÖFFNUNG – CAFÉ STARSHIP – SB NEW HOPE, PROMENADE“. Eine Woche gab ich mir die Bar in Ordnung zu bringen. ‚80-20‘, dachte ich grinsend, 80% des Ergebnisses können in 20% der Zeit erreicht werden. Die restlichen 20% würden gefahrlos warten können. Wenn es etwas gab, was ich nicht leiden konnte, dann war es Ineffektivität. Zeitverschwendung.

=A= NH, Café Starship, Promenade =A=
=A= Eröffnungstag =A=

Stolz blickte ich über meinen Lagerraum. Also das Café.
Mit dem Lokal hatte ich die Genehmigung erhalten eine Wand teilweise entfernen und gegen eine große Türe ersetzen zu lassen. Das Café war jetzt auf einer Seite zur Promenade hin offen und nur durch eine niedrige Reling psychologisch von den vorbeiströmenden Passanten getrennt. Der Tresen stand parallel zum Eingang – ich hatte also einen ungestörten Blick auf das Geschehen auf der Promenade. Es gab zwei kleine Tische direkt an der Reling zur Promenade, einen längeren Bar-Tisch dahinter, einen Tisch direkt vor dem großen Bildschirm der das Lokal dominierte, und dann noch die beiden kleinen Tische hinter dem Vorrat, die ich von meinem Arbeitsplatz hinterm Tresen nicht sehen konnte ohne um die Ecke zu schauen. Wie gesagt, es war nicht viel und nicht groß. Aber es war meins und ich hätte nicht stolzer sein können, wenn ich ein Gourmetrestaurant eröffnet hätte. Nach der letzten Woche hatte ich es mir auch wirklich verdient stolz zu sein, aber all das Schruppen und Flicken und Lackieren war es wert gewesen. Die Wände sahen aus wie neu – oder zumindest als wären die Dellen und Kratzer ein Stilelement. Über ein paar der größeren Dellen hatte ich strategisch einige der kleinen Seidenteppich gehängt, die ich mit der wagen Idee sie für irgendetwas verwenden zu können eingepackt hatte. Das gekonnte Auge mochte sie als romulanischem Ursprungs erkennen, das wusste ich. ‚Und wenn schon!‘, sagte ich mir selbst, ‚du bist nicht auf der Flucht und hast nichts zu verstecken. Warum solltest du nicht das Recht haben, etwas von Daheim mitzubringen? Davon abgesehen … die Teppiche können auf viele verschiedene Wege zu dir gekommen sein.‘

Ein ganzes Arsenal an Maschinen für die Spezialitäten verschiedener Welten standen bereit, darüber Dosen mit verschiedenen Bohnen, Schoten, Blättern und anderen Aromastoffen. Das Menü war lange, aber ich konnte jede Zeile davon auswendig. Die Aushilfe, die ich über ein Schild neben der Tür suchte, würde es vielleicht schwerer haben.
Ich sah mich ein letztes Mal um bevor ich über mein PaDD unzeremoniell die große Schiebetür zur Promenade aufmachte. Das Café war ganz alleine meins. Es war perfekt. Zumindest in meinen Augen.
Ishtar Mati Yeys
Café Starship
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