Haar und Make-Up Stylist Ian Marley – LOG 01 – SD: 21117.1770

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Jadzia_Bennet
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Do 9. Jan 2020, 17:45

Haar und Make-Up Stylist Ian Marley – LOG 01 – SD: 21117.1770

Personen: Personal und eine sehr gereizte Kundin

Wörter: 1197


~~~ Beauty Salon La Vie est Belle - Promenadendeck ~~~


„Oh nein! Was machst du da? Du kannst doch nicht diese beiden senfgelben Kissen auf diese Couch legen. Wie schaut denn das aus? Fällt dir denn nicht auf, wie scheußlich die zusammen mit der lavendelfarbenen Couchdecke aussehen? Das muss doch auch dir in den Augen weh tun.“

Meine Stimme klang leicht gereizt und schnell nahm ich die völlig unpassenden Kissen weg und hielt sie Susi, die mich erschrocken anschaute, mit vorwurfsvollem Blick entgegen. Noch ehe sie irgendetwas erwidern konnte sprach ich weiter, nun allerdings etwas ruhiger:
„Weg damit! Bring die Dinger ins Dekolager und hole die beiden Dunkelvioletten. Und beeile dich, es ist gleich 8 Uhr und die ersten Kunden warten schon darauf dass wir öffnen.“

Leicht genervt schaute ich Susi nach, die sich beeilte meinem Befehl nach zu kommen.
Susi war noch nicht lange hier. Sie hatte sich für eine freie Ausbildungsstelle beworben und da sie einen recht guten Eindruck machte, hatte sie das Glück gehabt diese sehr begehrte Stelle zu bekommen.
Eigentlich stellte sie sich auch recht gut an, war sehr gelehrig, fleißig und genau, doch ihr Gefühl für Farben, Muster und Materialzusammenstellung war grottenschlecht. Wenn sich das nicht bessern würde, so würde sie nach der Probezeit die Stelle nicht bekommen.
Für den Beruf eines Haar und Make-Up Stylisten war es einfach erforderlich ein sehr feines Gefühl für Farben und Stile zu haben. Unsere Kunden sollten nicht weniger als absolute Perfektion bekommen. Standard konnte man bei jedem 0815 Friseur und Kosmetiker bekommen. Hier bei uns bekam man mehr.
Und unsere Kunden wussten das auch zu schätzen. Obwohl wir für unsere Leistung einen recht hohen Preis verlangten, waren wir für Wochen im voraus ausgebucht und in unsere Stammkundenkartei aufgenommen zu werden war ein Privileg dass nur ganz besondere Kunden bekamen.
Stammkunden wurden dafür auch in einem Extrasalon behandelt und zwar von mir persönlich. Für Stammkunden hatten wir auch kurzfristigere Termine als wir es sonnst anbieten konnten.
Doch für alle Kunden galt: Sie bekamen das Beste was diese Branche zu bieten hatte.

Es war kurz vor 8 Uhr und meine Mitarbeiter kamen langsam in den Empfangsraum. Es war jeden Morgen so, dass ich alle inspizierte ehe wir pünktlich um 8 das Studio öffneten.
Meine Mitarbeiter hatten adrette Uniformen in den Farben unseres Firmenlogos Schwarz und Gold und ich kontrollierte täglich ob diese Uniformen sauber und ordentlich waren. Außerdem war mir wichtig dass jeder meiner Mitarbeiter einen gepflegten Eindruck machte. Frisur und Make-Up mussten perfekt sein, denn meine Mitarbeiter waren auch meine Aushängeschilder. Sie mussten perfekt zum Bild dieses Unternehmens passen.
Da meine Mitarbeiter aber genau wussten was ich erwartete, hatte ich sehr selten etwas zu kritisieren. Die Leute arbeiteten trotz meiner hohen Erwartungen sehr gerne bei mir, denn ich schätzte gute Leistung und bezahlte diese auch überdurchschnittlich gut. Außerdem hatte ich für vieles ein offenes Ohr und war jederzeit für meine Mitarbeiter da wenn sie mal Hilfe brauchten. Sie bekamen die Wertschätzung welche sie sich verdienten.

Nachdem auch heute wieder alles in Ordnung war, öffnete ich die Flügel der Eingangstüre und die ersten Kunden kamen herein.
Da alle Kunden Termine bei ihren Lieblingsstylisten hatten verteilten sie sich nach einem Begrüßungsdrink in die kleinen Behandlungsräume wo sie ungestört und geschützt von neugierigen Blicken Pflege und Styling genießen konnten.

Zufrieden wollte ich gerade in mein Büro gehen um die Bestellungen für heute zu machen, als ich am Eingang eine schrille Stimme hörte die aufgebracht rief:
„Was soll der Unsinn mit Termin? Ich brauche keinen Termin. Sie wissen wohl nicht wer ich bin! Mein Mann ist Emir Omar Ben Kabalas Iben Mahmudi Kamadoras! Der Besitzer der größten Handelsstation hier auf dieser Station. Ihm gehört das Handelshaus Basar-Istambul welches Wahren aus allen Ecken des Universums verkauft. Ich brauche nirgends einen Termin! Man ist froh wenn ich mich dazu herablasse Kundin zu werden!“

Kanita, die heute Dienst am Empfang hatte antwortete höflich und mit ruhiger Stimme: „Es tut mir sehr leid, aber es ist nun mal so. Der früheste Termin den ich ihnen anbieten kann wäre in 12 Tagen um 13 Uhr 45. Bis dahin sind unsere Mitarbeiter alle ausgebucht.

Ich blieb in der Nische in der ich alles gut beobachten konnte stehen und wartete gespannt auf die Antwort der Dame, die auch sofort kam.

Es begann mit einem unwirschen Schnauben ehe sie, noch ein paar Nuancen schriller als vorher und noch ein paar Oktaven höher zu lamentieren begann:
„Also das ist mir ja noch nie passiert. Es ist eine Absolute Frechheit! Ich werde mich beschweren. So können sie mich nicht behandeln. Ich verlange den Chef persönlich zu sprechen! Der wird wissen wie man eine Frau meines Standes zu behandeln hat!“

Ihr Gesicht war inzwischen dunkelrot angelaufen und ihr Körper, der etwas das Volumen eines Tanklasters hatte, schwabbelte so, als würde unter ihr ein Erdbeben der Stärke 9,9 stattfinden.
Meine Empfangsmitarbeiter hatten die Anweisung, wenn jemand mich sprechen wollte, immer erst zu sagen dass ich beschäftigt sei und man warten musste, doch wegen dem Zustand der Händlergattin beschloss ich einzugreifen.
Noch ehe also Kanita ihr Sprüchlein aufsagen konnte, trat ich aus der Nische, räusperte mich um die Aufmerksam auf mich zu lenken und trat freundlich lächelnd zu den beiden.

„Guten Tag“ grüßte ich höflich. „Ich bin Ian Marley. Was kann ich für sie tun?“
Mit einer ruckartigen Bewegung drehte die Dame sich zu mir um. Sie holte tief Luft und legte los ohne auch nur ansatzweise daran zu denken irgendwelche Worte der Begrüßung zu verschwenden. Schrill, laut und wütend kreischte sie.
„Da sind sie ja. Diese dumme Göre hier...“, sie zeigte auf Kanita, „…. will doch tatsächlich dass ICH! einen Termin mache. ICH!! Die Gattin der Großhändlers Emir Omar Ben Kabalas Iben Mahmudi Kamadoras. Des Vorsitzenden der Händlervereinigung dieser Station. Des reichsten Mannes in diesem von allen guten Geistern verlassenen Teil der Galaxis. Ich verlange eine Entschuldigung und ich erwarte sofort behandelt zu werden. Wir haben heute Abend eine Feier und dafür müssen sie mich wunderschön machen!“

***Kanita, bitte stülpe der Dame einen schwarzen Ganzkörpersack über. Schöner wird die nicht**** hätte ich gerne geantwortet, doch natürlich kam das nicht in Frage.
Stattdessen lächelte ich sie freundlich an ehe ich sanft erwiderte: „Es tut mir wirklich leid, doch es ist so wie es ist. Wir wollen unseren Kunden nur das beste Service bieten und uns für jeden Zeit nehmen. Zeit die Behandlung entspannt zu genießen. Selbst wenn die XO dieser Station vorbei kommen würde, würde sie einen Termin brauchen und warten müssen bis etwas frei ist. Ich kann ihnen aber den Friseursalon Haarspalterei empfehlen der sich neben dem Apollo Springbrunnen befindet.“
Was ich natürlich nicht sagte war, dass die XO schon länger zu unseren Stammkunden gehörte.

Mit weit aufgerissenen Augen schaute mein Gegenüber mich an. So als könnte sie nicht glauben was sie soeben gehört hatte. Und dann passierte etwas mit dem ich nicht gerechnet hatte.
Sie keuchte, griff sich ans Herz und kippte wie ein gefällter Baum um.
Während Kanita sich um die Dame kümmerte rief ich die Krankenstation welche versprach so schnell als möglich Hilfe zu schicken.

NRPG: Arbeit für die MED :)
“Großer Geist, bewahre mich davor, über einen Menschen zu urteilen, ehe ich nicht eine Meile in seinen Mokassins gegangen bin.”

Tecumseh, Häuptling der Shawnee
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