PRO - Lt John Ertl, Sec - MLog 07 - Stardate: 21321.1347

Begleitschiff: USS Prophecy NCC - 202012 - Intrepid - Refit Class
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JohnErtl
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Fr 31. Jul 2020, 12:29

PRO - Lt John Ertl, Sec - MLog 07 - Stardate: 21321.1347
Personae: Lt Mitchell Montgomery, Colonel Jean Torrent, Captain Riana Seymore
Erwähnt: Harok, Baumgartner, PO1st Class Gerry McKennly,
NPCs: LtCmdr Roberts, Ensign Katherina Nakiri
Wörter: 1326


=== U.S.S. Prophecy === Sicherheitsstation === Büro des CXO ==

„Alles klar. Dann bis später Lieutenant.“
Damit verabschiedete sich Montgomery. Klar, dass er mit seiner Chefin beratschlagen musste - aber soviel ich mitbekommen hatte, herrschte im Hauptmaschinenraum gerade dicke Luft. Und diesmal lag es nicht an der vulkanischen Nervensäge, sondern an der CTO höchstpersönlich. Was sie von meinem Vorschlag halten würde? Keine Ahnung. Aber die Logik - haha, Harok, hörst du? Logik! - war bestechend. Wenn das Abzapfen der Rechenleistung für die Langstreckensensoren die Zielerfassung und Phasereffizienz ins Bodenlose taumeln ließ, dann musste auch andersrum eine Wirkung erzielbar sein. Also eine Art automatischer, temporärer Boost der Taktiksysteme im Nahkampf zu Lasten der Langstreckensensoren. Denn die waren so ziemlich das Letzte, was man brauchte, wenn man auf Phaserdistanz kämpfte.
Noch war es nur eine verrückte Idee. Aber in der Vergangenheit hatten mich meine verrückten Ideen oft genug dem Tod von der Schippe springen lassen.


~~~ ZEITSPRUNG ~~~~


=== U.S.S. Prophecy === Brücke === Taktikkonsole ===

Wir traten beinahe butterweich in den Transwarpraum ein. Beinahe bedeutete einen sanften Ruck, mehr nicht. Für mich war das Reisen per Transwarp immer noch dubioses Teufelswerk, aber die Technik entwickelte sich nunmal weiter, vor allem hier im Gamma Quadranten. Ich fragte mich nicht zum ersten mal, wer und wie die Shedar damals wirklich gewesen waren, aber gut, das war ein Thema für einen lauschigen Leseabend, nicht für den Brückendienst. Ich nickte Colonel Torrent knapp zu, als sie zu der Taktik kam. Kein erfreuliches Gespräch stand an, aber ein notwendiges.
"Lieutenant, Sie wissen, was wir zu besprechen haben."
Ich nickte zerknirscht.
"Ja, es geht um die verdammte Übung."
"Ganz genau, um die verdammte Übung. Ich will das nicht überbewerten - aber auch nicht unterschätzen. Wenn es zum Ernstfall kommt - nun, dann gibt es nur Eines. Ihre Trupps müssen mit meinen zusammen funktionieren. Da stimmen Sie mir doch zu?"
Ich blickte auf.
"Natürlich. Und ich will auch gar keine Ausreden finden, aber wir haben da Reibungsverluste. Die Ausbildung bei den Marines ist eine ganz andere als bei der Sicherheit..."
Torrent zog eine Augenbraue hoch, was sie irgendwie leicht bedrohlich wirken ließ.
"Sie sagen bewusst nicht bessere, oder?"
Ich grinste leicht.
"Da haben Sie recht, Ma`am, ich sage bewusst nicht bessere. Es sind unterschiedliche Aufgabengebiete, unterschiedliche Spezialisierungen. Ich würde mir zum Beispiel nicht erwarten, dass einer ihrer Corporäle einen Verbrecher auf der Station überführt. Vereinfacht gesagt - wir sind die Polizei, und Sie sind die Armee."
Sie überlegte kurz, nickte aber schlussendlich.
"Ein etwas veralteter, aber nicht unpassender Vergleich. Ändert aber nichts daran, dass wir gemeinsam militärische Aktionen durchführen und taktische Gefahrensituationen bewältigen müssen."
"Natürlich, Ma`am. Ich habe historische Dokumente über vergleichbare gemischte Einheiten studiert. Und mich an meine Zeit bei den Verteidigungsstreitkräften erinnert. Wissen Sie, mein Führungsoffizier damals war kein Idiot - er war sich dessen bewusst, dass ich, wenn ich Seite an Seite mit Klingonen schreiend und bathlethsschwingend ins Schlachtgetümmel laufe, die Lebenserwartung einer Schneeflocke auf einer Vulkanwelt habe. Also hat er mich anderweitig eingesetzt."
Unsere XO runzelte die Stirn. Aber zumindest war sie neugierig.
"Worauf wollen Sie hinaus?"
Ich warf einen kurzen Blick auf die Konsole, um sicher zu gehen, dass ich in der Hitze des Gespräches nicht meine Pflichten vernachlässigte und eine getarnte Flotte längsseits gegangen war.
Nein, war sie nicht.
"Derzeit laufen die Trainingseinheiten und Simulationen nach dem Muster ab, dass Marines Seite an Seite mit Sicherheitsleuten die gleichen Subaufgaben erledigen. Kämpfen, schießen, laufen, Hindernisse überwinden. Man versucht, meine Offiziere und Chargen auf den Fitness- und Kampfkraftlevel von Marines zu bringen. Verstehen Sie mich nicht falsch - gerade das Fitnessprogramm haben wir dringend notwendig. Aber es würde Jahre dauern, uns da vollständig anzugleichen. Und unsere jeweiligen, unterschiedlichen Stärken ignorieren. Bei einer Einsatzsimulation, und noch mehr im tatsächlichen Einsatz, sollten wir aber genau diese ausspielen. Nahkampf und Scharfschießen - ja, klar, da können wir Ihnen und Ihren Truppen nicht das Wasser reichen. Aber wir können hilfreich sein, unterstützen, die Gesamtleistung der Einheit verbessern. Ein erfahrener Sicherheitsoffizier erkennt Details im Verborgen, blickt hinter die Kulissen, hat eine angeborene oder antrainierte Neugier. Sie sollten als Späher und Nachhut eingesetzt werden oder die Spezialaufgaben mit weniger handfestem Feindkontakt übernehmen. Flankenschutz, Umgebungsschutz, damit den Marines niemand in den Rücken fällt und sie das tun können, wo wir nicht mithalten können."
Ich hatte mir mein Plädoyer gut vorbereitet, immer wieder durch den Kopf gehen lassen. Und offenbar biss ich nicht komplett auf Granit.
"Gut, wir können das in der nächsten Simulation versuchen. Vielleicht haben Sie ja recht. Also, in einem Punkt haben Sie auf jeden Fall recht."
Ich blickte kurz auf.
"In welchem?"
"Das Fitnessprogramm hatten Sie dringend nötig."


~~~~ ZEITSPRUNG ~~~~


Ein Notruf! Ein Schiff in Gefahr! Oder eine Kolonie? Eine Station? Wie auch immer - für einen kurzen Moment übermannten mich widersprüchliche Instinkte. Natürlich, zuerst jener, zu helfen, ganz klar.
Große Starfleet-Ehrensache.
Andererseits, wenn die Opfer auch unter einem bedauerlichen überbordenden Reichtum litten, für den sie keine Verwendung mehr hatten...
Ich schüttelte den Gedanken ab. Nein, diese Zeiten waren vorbei. Den Göttern sei Dank.
Sorgfältig vergewisserte ich mich, dass die taktischen Systeme hundert Prozent einsatzbereit waren, das Wort "Falle" war nicht umsonst über die Brücke geschwebt.
Von Torrent, die gerade die Abteilungen nach der Reihe in Alarmbereitschaft versetzte. Auch meine, in Form von Roberts, der die Stellung im Sicherheitsbüro hielt. Mein Platz war auf der Brücke.
Captain Seymore blieb ruhig, aber man konnte ihr eine gewisse Ungeduld anmerken.
"Haben wir schon die Position? Und können wir den Funkspruch irgendwie aufbereiten, klarer bekommen?"
Fleißige Hände flogen über Konsolen, kluge Köpfe gaben ihr Bestes.
"An alle... ffe. … Notfall ... Seuche... benötigen Hilfe. Viele Erkrankte… Erreger unbekannter Herkunft…"
Ich war alarmiert.
Was zuvor nur ein Verdacht war, bestätigte sich. Ein biogener, ein medizinischer Notfall. Aber wie groß? War es nur ein einzelnes Schiff oder...
"Astrometrie an Brücke, Ensign Nakiri hier."
Seymore nickte unbewusst.
"Sprechen Sie, Ensign."
"Captain, das ist kein Schiff, auch keine Station. Der Funkspruch kommt von Rotary."
Mir lief ein Schauer über den Rücken.
Wie verzweifelt musste die Population eines ganzen Planeten sein, um solch einen Funkspruch abzusetzen? Um interstellare Hilfe zu bitten? Kein Zweifel, wir hatten es mit einer globalen Katastrophe zu tun.
Captain Seymore zögerte keinen Augenblick, befahl die sofortige Kursänderung.
Ich hingegen ging im Kopf die Sicherheitsprotokolle für einen solchen Notfall durch. Und das waren eine ganze Menge.
"Ertl an Roberts."
"Roberts hier. Habt ihr mehr Informationen da oben, John?"
Ich nickte grimmig. Ebenfalls unbewusst, er konnte mich genauswenig sehen wie Nakiri unsere Skipper zuvor.
"Biomedizinischer Notfall, vermutlich global. Die Rotarianer hat es erwischt, wie es aussieht. Bereite alles vor - Sicherheitsteams auf Standby, volle Einsatzbereitschaft. Voraussichtlicher Einsatz Begleitung, Unterstützung und Absicherung von medizinischen und wissenschaftlichen Teams. Schnapp dir Gerry und mach ihm klar, was das bedeutet. Er soll sich mit dem Quarantäneprotokoll vertraut machen und ein Team bilden, das es dann auch umsetzen kann. Absperrungen, Sensorennetze, zusätzliche In / Out Überwachung - ich will dass alles bereit ist, noch ehe wir auf Sensorenreichweite an Rotary herankommen."
"Alles klar, ich spann ihn ein und kümmere mich um den Rest."

Ich blickte auf und sah, wie die Anspannung inzwischen uns alle auf der Brücke erfasst hatte. Seymore drehte sich kurz zu mir.
"Taktische Einschätzung, Lieutenant?"
Und das war genau die Frage, vor der ich mich gefürchtet hatte. Aber das war keine Situation für Ausflüchte.
"Ma`am, ich weiß es nicht. Ich kann nur raten und extrapolieren. Wir wissen zuwenig über die Rotarianer. Sie könnten warpfähig sein und andere Welten besiedelt haben, der Technologielevel des lokalen Sektors ist hoch genug, um das anzunehmen. Aber wir wissen es nicht mit Bestimmtheit. Dass wir noch keinem Schiff der Spezies begegnet sind, spricht dagegen - aber lässt uns auch vollkommen im Dunkeln, was ihre Waffen und ihren Aggressionslevel betrifft. Ich empfehle gelben Alarm."

Schreiber: LtCmdr John Ertl
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Chars: Lt John Ertl, Sec, New Hope; Ens Harok, Tec, New Hope


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