Wörter: 969
Erw. Personen: Jessy (erw.)
NPC: Genügend
=/= USS Hyperion – Krankenstation
Ich kehrte mit dem Untergangspropheten zurück und untersuchte ihn. Ausser der Platzwunde – schon wieder eine – hatte er nur eine Gehirnerschütterung, was aber nicht sonderlich besorgniserregend war und so ließ ich ihn auf dem Biobett liegen, jedoch ließ ich ihn schlafen. Wie auch immer die Situation ausging, bevor er weitere Crewmitglieder verunsicherte, verwirrte oder sich noch schwerer verletzte, war er so nicht nur für seine Gesundheit besser aufgehoben. Mein Blick schweifte über die Krankenstation und blieb bei Emily hängen, die sich an ihr Stofftier klammerte. In all dem Trubel hatte ich auf sie vergessen und ich sah mich um, ich konnte mich nicht um sie kümmern, zuviele akute Patienten waren hier und es war niemand frei, der ihr zumindest kurz über den Kopf streicheln konnte und sie trösten könnte.
Als der rote Alarm weiterging, hatte ich meine Bedenken, daß wir nicht unbescholten aus der brenzligen Lage herausgehen würden. Leider und glücklicherweise war ich nicht auf der Brücke und bekam so nicht mit, was da draussen vor sich ging, wir hatten hier genug zu tun. Verletzungen durch die ausfallenden Schwerkraftgeneratoren, Lebenserhaltungssysteme und andere Feinheiten, die die Borgnaniten in ihrem programmierten Wahn anstellten, hielten uns auf und so versorgte ich kleine Schnittwunden, Platzwunden, Quetschwunden durch Turbolifttüren und Quartiertüren und wunderte mich, wann ich wieder was anderes tun dürfte. Gut, als Mediziner hatte man ein gewisses eingeschränktes Arbeitsfeld, wenn man neugierig auf die Welten da draussen war, aber man konnte sich ausser an kleinen Verletzungen auch mit anderen Dingen den Dienst versüssen und sowas lag hinter mir, aber Emily mußte warten – leider.
~Zeitsprung
Gerade als ich mich Emily zuwenden wollte, weil die Patienten ausblieben und alle versorgt waren, piepste ein Biomonitor, der nicht piepsen sollte, nämlich der von John Harper. Wie in Zeitlupe drehte ich meinen Kopf und sah, wie seine Werte fielen. Eiligst rannte ich zu ihm und holte währenddessen den Tricorder heraus, scannte ihn. Der Sensenmann hatte sich angestellt und angemeldet, er war da, um ihn zu holen. Aber da war auch ich und mein Team, die Mediziner der USS Hyperion, wir konnten es schaffen. Behende teilte ich die Leute ein, aktivierte den Operationsbogen und sah mir die Ursache an, warum seine Werte fielen. Die Phasereinschüsse hatten schwerere Gewebeschäden verursacht als angenommen und auch als wir ihn behandelt hatten, hatte sein Körper anders reagiert als angenommen. Stand vielleicht in seiner Akte etwas von einer Medikamentenunverträglichkeit? Ich ließ mir ein Padd mit eben dieser Akte geben, aber da stand nichts. „Schwester, Test auf Allergien gegen alle bislang verabreichten Medikamente, los!“ sagte ich und sah zu Lynn, die nur nickte und ein Hypospray nahm, um eine Blutprobe zu nehmen. Während sie das tat, sah ich auf John und sein Gesicht nahm eine aschfahle Farbe an. Ich hatte bislang noch keinen Patienten gehabt, der auf des Todes Schippe stand und drohte, davon abzuspringen, jedoch in die falsche Richtung. In der Akademie lernte man nur, was man tun konnte, um Leuten zu helfen, wie man Trauerbegleitung übte und wie man Autopsien durchführte. Aber was da noch kommen würde, darauf bereitete einen keiner vor und man konnte schwer einen Sterbenden in die medizinische Akademie schaffen und Studenten ihm beim Sterben zusehen lassen, aber ein wenig auf solche Situationen sollte man zukünftige Ärzte vorbereiten.
Ich stabilisierte ihn ein wenig mit Medikamenten und hoffte, genau die zu erwischen, auf die er nicht allergisch war, ich griff auf Medikamente zurück, die es zu seiner Zeit gegeben hatte und die damals als gut verträglich galten. Vielleicht konnte ich so das offensichtliche vermeiden, hinauszögern oder im schlimmsten Fall noch schlimmer machen. Lynn stand an der Konsole und sah immer wieder zu mir. Ich lächelte, um sie zu beruhigen, aber hauptsächlich, um mich zu beruhigen. „Wir schaffen das“ formte ich mit meinen Lippen und sie nickte stumm, während sie die Analyse fortsetzte.
„Doktor?“ fragte eine liebliche Stimme, ein junger Ensign stand neben mir und sah mich an. „Ja?“ fragte ich und war ob seiner Erscheinung verwundert. „Die Technik hat es geschafft, die Naniten ausser Kraft zu setzen, es sollte eigentlich alles wieder in geregelten Bahnen funktionieren“ sagte er und ich nickte stumm. „Bis auf John Harper“ sagte ich und sah eben jenen an, dann wieder zu Lynn. „Wie lange noch?“ fragte ich und sie antwortete mir. „Noch fünf Minuten.“ Solange mußte ich warten, ehe ich wußte, wie es in der Medikation für John weiterging.
Fünf Minuten später, ich hatte mir die Zeit für Emily genommen, sah Lynn zu mir und winkte mich zu John´s Bett. Ich ging zu ihr und sah auf das Padd, das sie mir reichte. „Hm, wir haben seinen Körper vergiftet und jetzt ist nicht mehr genug Zeit, um ihn zu retten“ sagte ich und warf das Padd in eine Ecke, in der es scheppernd liegen blieb. Lynn berührte meinen Arm und drückte ihn sanft. „Hm, wir sollten versuchen ihn so schmerzfrei zu halten wie es geht“ sagte sie und ging zu den Medikamenten. Ich ging zu John und sah ihn an. Sein Gesicht war noch immer fahl und er atmete schwer. Schweiss stand ihm auf der Stirn und ich war mir sicher, daß das vor wenigen Augenblicken noch nicht so war. Lynn reichte mir das Hypospray und ich sah auf den Körper, der vor mir lag und dann auf das Hypospray. Ich seufzte und verabreichte ihm das Hypospray, das ein Schmerzmittel enthielt, daß ihm die Schmerzen, die er hatte, nehmen sollte und ihm das Sterben erleichtern würde. Dieser Moment war der schwerste, schlimmste für einen Mediziner, wenn er einen Patienten verlor und nichts dagegen machen konnte ausser dem Patienten zu es zu erleichtern. „Lynn, schnapp dir Emily und bring sie hier raus. Sie muß nicht unbedingt dabei sein“ sagte ich und sah nicht auf, hörte nur ihre Schritte. Dann berührte ich meinen Kommunikator. „Ilaal an Reynolds“ sagte ich und wartete auf ihre Antwort.
Tbc