STA – GLog – 01/01 – Walker/Jade – SD:13152.1940 – CTO/Tec

STA – GLog – 01/01 – Walker/Jade – SD:13152.1940 – CTO/Tec

Lucille: 1.166
Jera:1.077

~~/-~~ U.S.S. Stardust - Deck 2 - Quartier Walker – letzter Urlaubtags - nach 23 Uhr ~~/-~~

Die letzten Tage waren wieder mal welche gewesen die ich am liebsten aus meinem Gedächtnis gestrichen hätte, doch so einfach war es ja bekanntlich nicht und er war auch noch nicht vorbei. Rico wusste immerhin das Lukez sein Sohn war, ob er damit klar kommen würde und in wie weit sich das auf unserer Beziehungen arbeitstechnisch sowie auch privat auswirken würde wusste ich nicht. „Wie hat er es aufgenommen?“ fragte René mich schließlich als ich mit ihr das Zimmer von Lukez verließ und alleine waren. „Was glaubst du wohl… er hat es natürlich in Frage gestellt.“ erklärte ich und ließ mich auf die Couch fallen. „Nunja.. es ist ihm ja nicht zu verdenken.. versetz dich doch mal in seine Lage wenn jemand nach 4 Jahren ankommt und dann meint er habe einen Sohn.“ Merkte René an und ich traute meinen Augen nicht. „Wolltest du nicht schon seit unserer Ankunft hier das ich es ihm sage…“ fing ich an doch legte René direkt ihre Hände auf meine Schulter „Luc, das war kein Vorwurf, nur eine Feststellung und glaube mir es ist besser so dass er es nun weiß… es ist somit eine Belastung weniger für dich. Ist ja nicht so das du nicht noch mehr Geheimnisse hast von denen die Leute nichts wissen.“ Ich rollte mit den Augen, aber sie hatte ja Recht und das war in mancher Hinsicht sogar gut, denn es gab Dinge die nicht einmal sie wusste. Zu ihrem eigenen Schutz.

~~/-~~ U.S.S. Stardust - Deck 11 – Büro der CTO – Tag 1 - nach 11 Uhr ~~/-~~

So schnell war der Urlaub vorbei, ein wenig skeptisch hatte ich die Durchsage von Rico aufgenommen, er klang vollkommen normal und doch wusste ich dass er es nicht mehr war. Diese Veränderung würde nicht nur ihn sondern auch mich betreffen, in wie weit er das verstand wusste ich nicht und es würde wohl auch noch dauern bis… ungläubig starrte ich auf das Padd der Krankenstation welches ich las, Jade hatte sich nicht nur entgegen der Anweisung von der Krankenstation entfernt, nein sie blieb auch noch immer den verlangen Klärungsgesprächen fern. Kurzerhand betätigte ich meinen Communikator. „Walker an Petty Officer Jade, melden sie sich umgehend in meinem Büro. Walker Ende.“ Kurz und knapp war die Anweisung in wie weit sie sie jedoch befolgen würde war fraglich. Fast wie aufs Stichwort kam Blar ins Büro und sah mich an „Was denn los?“ fragte er und ich reichte ihm das Padd, er schüttelte nur ungläubig den Kopf „Dieses störrische Kind.“ Kommentierte er und ich nickte „Wir werden ja gleich sehen wie störrisch sie wirklich ist.“ Sprach ich aus und wartete nun mit korrekt sitzender Uniform, streng zurückgekämmten Haaren und einem eisigen Blick auf die Dame des Anlasses.

Verwirrt sahen Dar und ich uns an.
„Habe ich dir nicht gesagt du sollst wenigstens mit Lucille reden?“, fragte sie mich und schüttelte dann den Kopf. „In deiner Haut möchte ich jetzt wirklich nicht stecken“, fügte sie hinzu und ich konnte sehen wie es sie leicht schüttelte. Noch immer war ich nicht dahinter gekommen weswegen Dar auf einmal solchen Respekt oder sogar auch Angst vor Walker hatte.
„Und habe ich dir nicht gesagt, dass ich mit keinem DARÜBER reden möchte? Weil es da nichts zu reden gibt, weil bekanntlich nichts, aber auch gar nichts passiert ist?“, konterte ich und begann mir meine Uniform anzuziehen. Wieder mit der Hose eines Kadetten, damit man die Schiene nicht ganz so deutlich sah.
Denn obwohl ich mich selbst aus der Krankenstation entlassen hatte, war nicht so dumm, diese Vorsichtsmaßnahme außer Acht zu lassen.
„Kommst du mir?“, fragte ich sie dann und sah sie durch den Spiegel an. Wieder schüttelte es sie leicht und langsam fragte ich mich wer oder was Lucille wirklich war.

„Es ist deine Hinrichtung, warum sollte ich sie mir ansehen wollen?“, fragte mich Dar und sah ziemlich ratlos aus.
„Weil du geschworen hast mich zu beschützen?“, beantwortete ich ihre Frage mit einer Gegenfrage.
„Ja, für deinen romulaner Freunden, aber nicht vor Walker, vergiss es. Ihr komme ich nicht in die Quere.“, bei diesen Worten schüttelte sie sogar ihren Kopf vehement.
„Bitte?“, versuchte ich es noch einmal und als sie leise seufzte, wusste ich, dass ich gewonnen hatte.
„Also gut. Aber ich werde den Teufel tun und mich auf deine Seite schlagen“, grummelte sie leise vor sich hin während wir langsam das Quartier verließen und uns auf den Weg in die technische Abteilung machten.

Obwohl ich mich bemühte das Humpeln zu unterdrücken, schaffte ich es doch nicht, denn das Knie, das eigentlich gar nicht mehr wehtun dürfte, machte mir doch noch zu schaffen.
„Petty Officer Jade, meldet sich wie befohlen Ma’am“, meldete ich mich nachdem ich das Büro durch die noch offene Tür betreten hatte. Ich bemühte mich sogar stramm zu stehen und starrte auf einen Punkt hinter ihrer rechten Schulter. Das Donnerwetter konnte von mir aus beginnen, aber ich würde nichts sagen, denn es war ja schließlich nichts passiert.

Es war fast schon lachhaft wie sie mir hier nun den braven Soldaten spielte aber gut, wenn sie es so haben wollte bitte. „Petty Officer… den Berichten der Krankenstation zufolge haben sie diese Entgegen des ärztlichen Rates verlassen. Was glauben sie wohl was mir das über sie sagt und insbesondre was ich nun mit ihnen anstellen soll?“ fragte ich und blickte hinter sie denn Dar war ebenfalls anwesend. „Dürfte ich erfahren was sie bei diesem Gespräch zu suchen haben Ensign?“ richtete ich nun erst einmal das Wort an Carter welche direkt knapp schluckte und etwas erwidern wollte. „Sie können wegtreten und vor meinem Büro auf Miss Jade warten Ensign.“ Erklärte ich ihr und sie wollte zu einem Konter ansetzen „Das war keine Bitte sondern ein Befehl Ensign.“ Brummte ich und Blar flüsterte, dennoch war es für mich hörbar. „..reizen sie sie lieber nicht Carter.“ Dann nahm sie kurz Haltung an und ging nach draußen, schließlich schloss sich die Tür hinter ihr und ich war mit Jade und McBrian allein im Raum. Schließlich wandte ich mich wieder Jade zu „Nun Petty Officer, ich höre.“ Forderte ich nun von ihr, erhob mich aus meinem Stuhl umrundete den Schreibtisch und stand unmittelbar vor ihr.

Ich biss die Zähne zusammen als sie Dar ziemlich unfreundlich wegschickte. Aber da sie sowieso nicht hatte mitkommen wollen, war es für Carter vielleicht besser so. Schließlich sollte sie die Wut von Walker nicht abbekommen, die ja eigentlich gegen mich gerichtet war.
Hätte ich früher einfach meine Fäuste sprechen lassen, war ich auf ganz seltsame Weise ruhig. Ich holte tief Luft, wie sollte ich es erklären, konnte ich es überhaupt, könnte man mich verstehen? Ich bezweifelte es stark.
„Was hätte ich noch auf der Krankenstation gesollt?“, fragte ich dann und starrte noch immer das Schott hinter ihr an.
„Bis auf meinem Knie ist alles in Ordnung, für das Knie trage ich wie vorgeschrieben eine Schiene.“, fügte ich noch hinzu und registrierte aus den Augenwinkeln wie Blar sich etwas versteifte. Hatte ich jetzt also erneut ein Fettnäpfchen erwischt? Es schien so.
Wieder holte ich tief Luft unterdrückte mit Müh und Not ein Seufzen.
„Und warum sollte ich mit einem Counselor reden oder mit sonst jemanden Ma’an? Es ist nichts passiert. Mit geht es gut und ich würde es begrüßen meinen Dienst wieder aufnehmen zu dürfen“, wieder klang ich viel zu ruhig für meine Verhältnise „und im Übrigen würde es mich interessieren, warum Dar auf einmal solche Angst vor ihnen hat? Sie konnte für das ganze nun wirklich nichts“, wagte ich noch einzuwerfen.

Blar wurde sichtlich nervös, er kannte mich schon etwas aber so wie im Moment hatte mich hier sicherlich noch niemand erlebt. Die Sache auf der Station hat die Lucille wieder an die Oberfläche geholt welche ich jahrelang versteckt hatte, doch wenn hier jemand meinte mit mir Spielchen zu spielen würde sich diese Person sehr schnell wünschen wieder bei ihren romulanischen Freunden zu sein die ihr ja „nichts“ angetan hatten. Durch dieses Nichts hatte ich nun eine Untersuchung am Hals… auch nett seine Dankbarkeit zu zeigen… „Wegen dem das nichts passiert ist habe ich nun eine Untersuchung am Hals Petty Officer… Ensign Carter hat mir bei ihrer „Nicht-Rettung“ da ja nichts passiert war assistiert. Was ihre Angst nun auslöst kann ich nicht sagen.. was ich allerdings weiß ist folgendes…“ fing ich an und verschränkte die Arme hinter dem Rücken während ich um sie herum und wieder hinter meinen Schreibtisch trat „… solange die Ärzte sie nicht vollkommen Diensttauglich schreiben, medizinisch sowie psychologisch werden sie nicht einen Hydroschlüssel angreifen. Falls sie sich gegen diese Anweisung auflehnen landen sie schneller im Arrest als ihnen lieb ist. Habe ich mich klar ausgedrückt?“

„Klar und deutlich Ma’am“, murrte ich leise und schüttelte dann den Kopf.
„Als ob sie mit jemanden reden wollten. Sie scheinen auch ihre Geheimnise zu haben. Wieso soll ich jetzt offen rumrennen und über das alles reden wollen?“, fragte ich dann und sah zu Blair.
„Warum sollte ich mit irgendjemanden reden wollen, damit man mich für Bekloppt hält und wegschließen kann?“, kurz schloss ich die Augen.
„Meine Mutter. Hat das Tage , Wochenlang ausgehalten. Ich …“, ich brach ab und schüttelte wieder den Kopf. Nein es hatte ja doch keinen Sinn.
Sollte ich mit jemand wildfremden reden? Oder mit dem ersten Offizier oder noch schlimmer mit dem Captain? Was wußte die denn schon von mir und wie es in mir aussah, oder aussehen müsste gar nichts.
„Ich möchte einfach nur wieder meine Arbeit machen. Mehr will ich gar nicht“, murmelte ich dann resigniert und ließ meine Schultern hängen. Als ich das beginnende bröckeln meiner Abwehr und Selbstbeherrschung bemerkte, straffte ich sie schnell wieder.
Es war nichts passiert richtig? Richtig!

Was ich habe oder nicht Petty Officer, geht sie einen feuchten Kehricht an. Meine Geheimnisse landen nicht auf einer Krankenstation und müssen zusammengeflickt werden.. behaupten schließlich das nichts passiert sei. Es läuft eine offizielle Untersuchung des Angriffes, sie werden sich dem stellen müssen, als angehender Offizier der Sternenflotte sind sie zur Wahrheit verpflichtet.. wenn sie das nicht können…“ ich breitete die Arme aus. „…zudem meine Geheimnisse sind kein Vergleich zu ihren.. würde ich ihnen nur eines davon Preis geben, hier in diesem Raum müsste ich sie BEIDE töten. Und glauben sie mir, erstens will ich das nur ungern und zweitens bin ich zu weitaus mehr fähig als man einer Technikerin überhaupt zutrauen würde.“ Erklärte ich und fügte noch hinzu. „Sie haben exakt 2 Tage Zeit sich zu dem Vorfall zu Äußern und einen exakten Bericht abzuliefern. Nutzen sie diese Chance nicht, weiß ich und auch die Flotte wo ihre Prioritäten liegen. Sie dürfen wegtreten.“

„Wo meine…“, begann ich und schüttelte den Kopf. Das glaubte ich jetzt nicht.
„WO war die STernenflotte als man meine Mutter gefoltert hat? WO war die Flotte als man sie umbrachte? WO? Denken sie man könnte mich schützen?“, meine Stimme zitterte vor Wut, die ich schon lange vermisst hatte und jetzt fast wie einen alten Freund begrüßte.
„Sie wissen gar nichts. Weder wie es in mir aussieht noch was ich fühle“, keuchte ich und fegte zwei Padds vom Schreibtisch, nur um dann meine Hände zu Fäusten zu ballen.
„Denken sie jemand will wissen wie es sich anfühlt wie einem das Knie zertrümmert wird? Wie einem mit einem Messer erste die Haut dann das Fleisch im Gesicht zertrennt wird um ein Zeichen darauf entstehen zu lassen?“, meine Stimme zitterte und ich spürte die ersten Tränen meine Wangen hinab rinnen.
Wütend wischte ich sie mir weg und funkelte sie halb blind an. „Als ob es etwas ändern würde. Der Tal Shiar macht was er will, aber die Regierung würde nie eingestehen, das es keine Kontrolle darüber hat. Mein … nein… er ist nicht mein Vater… Sharien würde als Abtrüniger gelten und dann gäbe es kein Problem mehr.“, diesmal schlug ich mit der Faust auf den Schreibtisch. Als ich erneut spürte wie man mir die Schulter brach, jeden Schlag, jeden Tritt.
Warum tat sie mir das an? Warum ließ sie es mich erneut erleben? Und warum wollte sie das ich das noch einmal erzählte, vor anderen? Ich konnte es nicht, nicht ohne das ich meinen Verstand verlor. Ja mir ihr hätte ich vielleicht geredet, aber nicht so… nicht mit so einer Lucille die mir das antat. Oder tat sie es mir nur an, damit ich redete? Wusste sie vielleicht doch wie es in mir aussah? Als ich vor Tränen gar nichts mehr sah sank ich vor dem Schreibtisch auf den Boden, während ich ein Padd in die Ecke schleuderte.

„Genau das wollte ich hören… Blar den Mitschnitt des Gesprächs an die Ermittlungsbehörde schicken. Sollte als Aussage reichen. CARTER.“ Rief ich schließlich und die Sicherheitsfrau trat wieder ein. „Bringen sie Jade in ihr Quartier und sorgen sie dafür da sie die nächsten 2 Tage noch im Schongang läuft.“ Schließlich nickte ich Blar zu welcher schon mit dem Padd bewaffnet war und an sie heran trat. „Damit es nicht ganz so langweilig wird Jade…“ er reichte ihr das Padd und die Blicke von Carter und Jade waren einfach nur köstlich „…Akademiegrundkursdaten.. wenn sie die Durch haben können sie bei der Chefin einen Vortest ablegen um die Zulassung zu bekommen.“ Erklärte er ein wenig stolz auf seinen Schützling. „Sie können dann gehen.“ Meinte ich noch und nickte Carter zu. Dann verließen sie das Büro und ich war mit Blar wieder allein. „So und nun zurück zum Alltag.“ Erklärte ich und rief die noch anstehenden Berichte auf.

-tbc-