STA=MLog 06=LtCmdr T'Kara=SD: 13180.1355=DXO

Wörter: 1058
Personen: Tain (NPC), Arscosea Chakoty, Lysandra Echon (beide erwähnt)

=/= USS Stardust – Bereitschaftsraum – Tag 2, 11:30 Uhr =/=

Dienstpläne für ein Schiff wie die Stardust zu machen, war bedeutend schwieriger als ich das nach meinem Dienst auf diversen Begleitschiffen kannte. Da die Crew nämlich ohne die Hilfe einer Flotte und eines unterstützenden Personalkommandos auskommen musste, hatten die Schichten so flexibel zu sein, dass ständig Außenteams für die unterschiedlichsten Zwecke zusammengestellt werden konnten, ohne dass dadurch der Normalbetrieb eingeschränkt oder die Alarmbereitschaft gemindert wurden. Logisch betrachtet wäre dieses Ordnungsproblem aber dennoch leicht zu lösen gewesen, wenn es nicht zusätzlich noch spezielle Anforderungen des Captains gegeben hätte, die außerdem zu beachten waren. So wollte er zum Beispiel seinen Abteilungsleitern mehr Freiheit zugestehen als im Dienstplan vorgesehen, was natürlich zu einer anderen Schichtrotation unter den Stellvertretern und Offizieren der Abteilung führte.

Trotz der speziellen Hürden, die nur auf diesem Schiff anfielen, hatte ich die Arbeit aber erledigt, als beinahe pünktlich um halb Zwölf die Türklingel einen Besucher meldete. “Herein!“, gab ich daher sofort den Befehl für die Türe, sich für den Sicherheitschef zu öffnen, der daraufhin eintrat und hinter dem Stuhl für Gäste stehen blieb. “Master Chief.“, nickte ich ihm zur Begrüßung zu, wie es auf Schiffen der Flotte üblich war. “Was konnten Sie herausfinden?“ “Nicht viel, fürchte ich.“, lautete die Antwort, begleitet von dem andorianischen Äquivalent eines Schulterzuckens. “Der CAG schwärmt jedenfalls von dem großen Teamgeist, der hier herrscht.“ Er zögerte kurz, als wäre er sich nicht sicher über seine nächsten Worte, fügte dann aber hinzu: “Und im Sinne dieses Teamgeistes hat er auch nur Lobeshymnen auf alle zuständigen Stellen gesungen. Die Ermittler tun, was sie können, die Techniker sind großartig und die Wissenschaftler suchen ständig nach Antworten. Sie verstehen, worauf es hinausläuft?“

“Ja.“, bestätigte ich. “Offensichtlich ist die allgemein herrschende Auffassung, dass ohnehin schon getan wird, was möglich ist.“ “Exakt.“, erwiderte der Master Chief daraufhin und stellte die Fühler so eng aneinander, dass es beinahe wie Aggressivität aussah. “Und genau das gefällt mir nicht. Wenn alle ihre Arbeit tun, wie kann es dann sein, dass ein paar Tausend Leute nicht einmal herausfinden, ob es sich um Sabotage handelt. Geschweige denn, den Verantwortlichen auszumachen.“ Einen Augenblick dachte ich über diese Bemerkung nach, dann antwortete ich: “Das kann eine Reihe von Gründen haben. Für die wahrscheinlichsten halte ich momentan, dass entweder die momentane Häufung an Unfällen beim Bericht an das Hauptquartier aus unlogischer Paranoia übertrieben wurde oder wir es mit einem gerissenen und ressourcenreichen Gegner zu tun haben, der sich mit Protokollen auf einer solchen Baustelle auskennt.“

“Eine beunruhigende Vorstellung.“, murmelte daraufhin der Sicherheitschef, fügte aber laut hinzu: “Wir müssen leider von Letzterem ausgehen bis wir einen Gegenbeweis haben. Aber wer könnte sich derart gut mit Föderationsbasen auskennen?“ “Die Antworten auf diese Frage sind vielfältig, Master Chief.“, erwiderte ich mit einem angedeuteten Kopfschütteln. “Die meisten davon erscheinen allerdings mangels Interesse an dieser Basis nicht sehr wahrscheinlich. Weder das romulanische Imperium noch die diversen extremistischen Gruppen, die sich aus Föderationsbürgern und ehemaligen Soldaten zusammensetzen, haben hier eine Agenda zu verteidigen.“

“Bleibt also das Dominion.“, stellte der Andorianer fest und nickte sich selbst zu, als hätten wir damit die Lösung bereits gefunden. Leider musste ich ihn aber enttäuschen, denn nach dem Studium dieses Sektors kamen auch noch andere Mächte in Frage. “Außerdem, in absteigender Reihenfolge der Wahrscheinlichkeit, die Zaakar, die Duorlos, die Satyr und die Pekara.“, fügte ich daher hinzu und erzeugte einen offenbar erstaunten Ausdruck auf Tains Gesicht. “Aber“, fragte er dann auch mit leichter Verwirrung. “Sind die Pekara nicht mit uns verbündet?“ “Das ist der Grund, warum ich eine Schuld ihrerseits für unwahrscheinlich halte.“, antwortete ich daraufhin, wies aber auch auf ein wichtiges Detail hin: “Dennoch sollten wir nicht aus dem Auge verlieren, dass die Pekara im hiesigen Sektor Territorialinteressen haben und durch die Hilfe am Bau sehr einfach eine Sabotage in Unfällen hätten verstecken können.“

Eine Weile war es daraufhin still, dann nickte der Master Chief leicht. “Fassen wir also zusammen, dass wir noch keine Ahnung haben.“ Da ich aus meiner Erfahrung mit emotionalen Wesen Sarkasmus bereits kennengelernt hatte, wenn ich auch seinen Reiz nach wie vor nicht verstand, ignorierte ich diese Bemerkung kurzerhand. Stattdessen erwiderte ich: “Ich gehe davon aus, dass uns die Berichte der MP weiter helfen werden. Setzen Sie nach eigenem Ermessen Leute auf die Fälle an, von denen Sie sich weitere Informationen versprechen! Bis zur Besprechung um 15 Uhr möchte ich über so viele Informationen wie möglich verfügen.“

“Ja, Commander.“, lautete seine Antwort und entgegen meiner Erwartung, dass er sich nun umdrehen und gehen würde, blieb er an seinem Platz stehen und erklärte: “Einen Hinweis haben wir möglicherweise schon. Ensign Echon und ihr Team untersuchen derzeit ein Gerät, das auf der Baustelle gefunden wurde. Bisher können wir noch nicht viel darüber sagen, außer dass es sich nicht um Technologie der Föderation handelt.“ “Ist der Captain darüber informiert?“, fragte ich sofort zurück, denn mir schien diese Information ein wesentliches Stück des vorliegenden Puzzles zu sein. Doch Tain schaffte es, mein Erstaunen über eine statistisch unwahrscheinliche Aussage, das die Menschen “Überraschung“ nannten, zu wecken, indem er erklärte: “Der Captain hat das Gerät gefunden.“

“Ich verstehe.“, antwortete ich, wobei ich mir natürlich die Überraschung nicht anmerken ließ, da dies nicht nur nach Standards der Flotte, sondern vor allem nach der vulkanischen Lehre äußerst unschicklich gewesen wäre. Stattdessen schloss ich die Frage an: “Hat er auch Anweisungen bezüglich der Untersuchungen gegeben?“ “Nur dass sie so schnell wie möglich geschehen soll.“, antwortete der Sicherheitschef und ich nickte zufrieden. “Gut. Werden Sie bis zur Besprechung fertig?“ “Das kann ich nicht versprechen.“ Der Master Chief war offenbar korrekter in diesen Dingen als viele Abteilungsleiter es gewesen wären. “Aber einen vorläufigen Überblick wird es bis dahin mit Sicherheit geben.“

“Verstanden.“, gab ich erneut zurück und nickte ihm noch einmal zu, woraufhin er wissen wollte: “Gibt es sonst noch etwas, Commander?“ “Nein, Master Chief.“, antwortete ich. “Sie können wegtreten.“ Und als hätte er darauf nur gewartet, was in Anbetracht seiner Lage als Leiter der Abteilung, auf deren Schultern nun alle Erwartungen der Führung und damit des Hauptquartiers lagen, sicherlich normal für ein emotionales Wesen war, verabschiedete er sich anschließend hastig und verließ das Büro mit großen Schritten, die nur gerade so sorgfältig gesetzt waren, dass er nicht lief.