STA - URPG01 - LOG05 - PO3rd Jade [TEC] - SD: 13151.0673

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Personen:

Dar
Lucille [erwähnt]
Talla [erwähnt]
Sharien [erwähnt]

Wörter:

1013

=/=U.S.S. Stardust - Deck 7 - Hauptkrankenstation - Urlaubstag 02 - gegen 00:35 Uhr=/=

Ich hatte meinen Vater herausgefordert und verloren. Gepeinigt, gedemütigt und fast gebrochen lag ich in Dars Armen und rang mit dem Schmerz. Obwohl ich wusste, das man alle Spuren beseitigt hatte, das ich keinen Schmerz mehr fühlen dürfte, war er da. Dabei wusste ich nicht genau, was mich mehr schmerzte, die Tatsache, das ich einem Foltermeister direkt in die Arme gelaufen war oder das Talla nicht hier war. War ich nur gut fürs Bett gewesen und jetzt, da ich hier geschunden und geschlagen in einem Biobett auf der Krankenstation lag, nichts mehr wert?
Ich hasste mich für meine Tränen, für meine Schwäche, kein Wunder das Talla nichts mehr von mir wissen wollte. Aber warum war dann Dar hier? War sie nicht Glücklich mit Faedré? Sollte sie nicht bei ihr sein, in deren Armen liegen?
Es war schon seltsam, welche Gedanken man hatte, wenn man das Erlebte verdrängen wollte. Wenn man sich weiszumachen versuchte das es nicht passiert war. Es durfte nicht passiert sein, konnte es nicht. Wenn mich schon dieses Erlebnis so aus der Bahn zu werfen vermochte, wie sollte ich dann jemals gegen meinen Vater bestehen?

„Es wird alles wieder gut. Ich passe auf dich auf.“, so seltsam es auch war und ich mir noch so sehr wünschte, das Talla diese Worte aussprechen sollte, so empfand ich es nicht, als nur so daher gesagt. Ich drückte mich noch näher an Dar. Zuckte leicht zusammen als ich das rechte Knie belastete. Und erst da wurde mir klar, das es doch Folgen gehabt hatte. Meine Finger krallten sich noch mehr in Dars Uniformjacke.
Ich wollte zwar allein sein, doch dann auch wieder nicht. Es war so verwirrend nicht zu wissen was ich brauchte, was ich wollte.
Langsam schüttelte ich meinen Kopf. Nein es würde nichts mehr wieder gut sein. Sie wusste ja nicht was diese romulanische Rose bedeutete. Heute hatte er mich vielleicht noch Lebend gewollt, beim nächsten mal vielleicht auch noch, aber beim dritten mal würde es auch Sharien zu viel werden und meinen Kopf fordern. Ich wollte ihn nie wieder Vater nennen oder ihn als solchen anerkennen. Er war zwar mein Erzeuger, das aber auch nur erzwungen.
Am heutigen Tage war meine Achtung für meine Mutter, noch um einiges gestiegen, wenn das überhaupt noch möglich gewesen war.
Sie hatte die Folter über Tage und Wochen ausgehalten ohne etwas zu verraten und ich? Ich wäre zusammengebrochen wenn man mich nicht dort rausgeholt hätte. Ein weiteres Zeichen dafür wie schwach ich doch im Grunde war. Aber ich würde das ändern. Ich würde es mit ihm aufnehmen können. Vielleicht nicht heute oder morgen, womöglich auch nicht übermorgen, aber ich würde ihn besiegen und bis es soweit war, würde offizielle nichts passiert sein.

Schwächen würde ich mir wenn überhaupt nur erlauben wenn ich allein war, oder wenn Dar bei mir wäre, da sie mich jetzt sowieso schon schwach gesehen hatte. Aber bei allen andern musste ich so wirken als wäre nichts passiert gewesen. Langsam wurde ich ruhiger und schloss meine Augen.
„Du wirst einige Fragen beantworten müssen.“, hörte ich Dar murmeln und ich versteifte mich wieder.
„Wa… warum?“, raunte ich mit noch immer vom schreien rauer, heiserer Stimme.
„Warum? Denkst du die Sternenflotte lässt ein Mitglied foltern ohne die Schuldigen zur Rechenschaft zu ziehen?“, ich erkannte in ihrer Stimme das sie sich bemühte ruhig zu bleiben.
„Es war nichts“, brachte ich leise hervor
„Ich habe dich gesehen Jera. Ich hab gesehen was sie mit dir gemacht haben genau wie Lucille.“, flüsterte sie und hielt mich fester, weil sie ahnte, das ich mich erheben wollte.
„Nein“, keuchte ich entsetzt.
„Doch. Und ich habe so etwas wie eine Lebensschuld bei dir. Ich habe versagt. Verzeihst du mir? Ich… ich… Lucille hatte recht. Ich hätte das Zeichen erkennen müssen. Es wäre nicht passiert, wenn ich besser aufgepasst hätte.“, brach es aus Dar heraus und jetzt war ich erstaunt, denn so kannte ich sie gar nicht. Sie war doch sonst immer die Starke, die auf alles eine Antwort wusste, die immer einen Ausweg fand.
Wieder schüttelte ich den Kopf.
„Es war nichts. Dar… selbst Lucille hätte es nicht verhinden können. Lass dir so etwas von ihr nicht einreden. Es war nichts“, wiederholte ich noch einmal und bemühte mich, dabei ganz normal zu klingen.

„Ich…“, begann sie erneut.
„Nein Dar.“, widersprach ich und legte ihr einen Finger auf die Lippen.
„Ich … man hat mir gezeigt, das ich schwach bin… das ich es nicht mit Sharien aufnehmen kann… noch nicht“, knurrte ich leise. „Aber ich werde es lernen. Meine Mutter hatt das, Tage und Wochen lang ertragen. Und ich soll schon nach wenigen Stunden … „, ich unterbrach mich bevor meine mühsam aufgebaute Fasade wieder risse bekam und abbröckelte.
Ich hörte sie leise seufzen und als ich meinen Blick hob sah ich sie mit dem Kopf schütteln.
„Es bringt nichts es zu verdrängen. Irgendwann holt es dich ein und es wird schlimmer als davor sein. Tu dir das nicht selbst an Jera. Die … die Führung wird dich nicht in Ruhe lassen bis du ihnen genau gesagt hast, was da passiert ist“, Dar nahm bei diesen Worten mein Gesicht in ihre Hände und sah mir in die Augen, was sie darin suchte, wusste ich nicht.
„Dann wird es meine erste Prüfung sein. Ich werde ihnen nichts sagen, wenn ich nichts sage, ist es nicht passiert.“, erklärte ich davon überzeugt.
Ich sah das Dar mir widersprechen wollte, aber sie lies es, nahm mich nur wieder fest in die Arme, nachdem sie sich ganz auf das Biobett geschoben hatte und nun neben mir lag.
„Was machst du da?“, fragte ich leise und kuschelte meinen Kopf schon gegen ihre Schulter.
„Ich löse den Schwur ein, den ich mir gegeben habe. Ich werde dich beschützen und jetzt immer bei dir bleiben“, erklärte sie ganz einfach und ich fragte mich wirklich wie sie das machen wollte. Und ob es ihr wirklich gestattet wurde, ihre Arbeit wegen so etwas banalem zu vernachlässigen

-tbc-